Roggen â bodenstĂ€ndig, intensiv und gesund
Roggen ist ein nĂ€hrstoffreiches Getreide mit hohem Mineralstoff- und Ballaststoffgehalt. Es wird vor allem zur Brotherstellung und als Basis fĂŒr Sauerteig verwendet, verleiht GebĂ€ck einen aromatischen Geschmack und spielt besonders in der Weihnachtszeit bei Lebkuchen eine wichtige Rolle.
Was ist Roggen?
Roggen ist eine eigene Getreideart der SĂŒĂgrĂ€ser. Im weltweiten Getreideanbau und in der österreichischen Landwirtschaft spielt Roggen eher eine untergeordnete Rolle, obwohl er eine wertvolle Nahrungs- und Futterquelle ist. Gab es in den 60er Jahren noch rund 200.000 Hektar Roggenfelder, hat sich das Anbaugebiet heute auf nur mehr rund 33.000 Hektar verkleinert, die sich gröĂtenteils in Niederösterreich befinden. Zum Einen liegt dieser RĂŒckgang daran, dass die Brotvielfalt variantenreicher wurde und das zu einer verĂ€nderten Nachfrage gefĂŒhrt hat, zum Anderen werden heute energiereichere Getreidearten als Futtermittel verwendet. Der RĂŒckgang lĂ€sst sich auf die verĂ€nderte Nachfrage und dem breiteren Angebot an Brotvariationen zurĂŒckfĂŒhren.
Laut Ăberlieferungen kam der Roggen als Unkraut im Weizen vom heutigen Irak und Iran zu uns nach Mitteleuropa. Zu erkennen ist das Getreide an den bis zu zwei Meter hohen Halmen und den feinen und langen Ăhren.
Roggen vs. Weizen
Roggen hat von Natur aus einen höheren Mineral- und Ballaststoffgehalt als andere Getreidearten. Daher ist ein Roggen-Auszugsmehl nÀhrstoffreicher als ein Weizen-Auszugsmehl.
Roggen:
- Mineralstoffe: sehr hoher Gehalt an Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und FolsÀure
- Ballaststoffgehalt: höchster Ballaststoffgehalt im Vergleich zu anderen Getreidesorten
Weizen:
- Mineralstoffe: Eisen, Zink, Magnesium
- Ballaststoffgehalt: niedriger im Vergleich zu anderen Getreidesorten
Der Vergleich zeigt: In Vollkorn-Roggenmehl stecken noch mehr wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
Verwendung in der KĂŒche
In der menschlichen ErnĂ€hrung wird Roggen hauptsĂ€chlich zur Herstellung von Brot und als Basis fĂŒr Sauerteige verwendet. In Form von Sauerteig ist Roggen auch verdauungsfördernder. Ursache dafĂŒr sind die im Roggen-Sauerteig enthaltenen nicht-fermentierbaren Ballaststoffe und PrĂ€biotika. Beide ernĂ€hren die guten Bakterien im Darm.
Roggen verleiht dem Lebensmittel zudem einen dunklen Teint, eine kompakte Textur und einen aromatisch krÀftigen Geschmack. Er ist ein typisches Brotgetreide, aber auch KleingebÀck wie Kornspitz oder Weckerl können daraus gefertigt werden.
Ein berĂŒhmtes Roggen-Erzeugnis ist der Pumpernickel. Dabei handelt es sich um ein dunkles, festes Brot, das monatelang haltbar ist. Das dunkle Mehl kann man aber auch fĂŒr herzhafte Kuchen verwenden und z.B. Quiche herstellen. Des Weiteren kann man aus den Roggenflocken gesunde MĂŒslis, Brei oder Porridge zubereiten.
Roggen in der Weihnachtszeit
Aufgrund der Backeigenschaften eignet sich Roggen prinzipiell nicht fĂŒr die Herstellung von Feinmehlspeisen, Kuchen oder Plunder. Aber in der Weihnachtszeit finden wir die Getreideart sehr wohl in einer beliebten Leckerei: im Lebkuchen. Roggen ist die Hauptzutat und wird zusammen mit Honig, Ei, Zucker und LebkuchengewĂŒrz zu dem unverkennbaren, aromatischen Teig verarbeitet, der vor allem von gesundheits- und kalorienbewussten Kekstigern geschĂ€tzt wird. In Form eines Lebkuchenhauses bringt er auĂerdem regelmĂ€Ăig Kinderaugen zum Strahlen.
Mag. Susanne Dirisamer
DiÀtologin und Gesundheitsmanagerin