
Wilde Hefen
Hefe bedeutet ĂŒbersetzt âQuellendes, Aufwallendesâ. Bier- und Backhefe sind seit langem bekannte Naturprodukte. Sie bestehen aus lebenden Zellen eines Pilzes. Backhefe kennen wir z.B. als Blockhefe, Granulierte Hefe, FlĂŒssighefe oder Trockenhefe.
Background
Die Wirkung von Hefe ist seit ĂŒber 5000 Jahren bekannt. FrĂŒher wurde mittels Sauerteig und der âgeheimnisvollen GĂ€rungâ ein gutes Backergebnis erzielt, man wusste aber gar nicht so genau woran diese GĂ€rung lag. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte Louis Pasteur, dass Mikroorganismen dafĂŒr verantwortlich sind.
Bereits seit dem 18. Jahrhundert (bzw. teilweise sogar schon im Mittelalter) wird Hefe gewerblich hergestellt. Rohstoff ist hauptsÀchlich Melasse, ein Nebenprodukt bei der Zuckerherstellung.
Herstellung
Hefe kann sowohl in An- als auch in Abwesenheit von Sauerstoff leben. Ist Sauerstoff vorhanden, so vermehrt sich die Hefe, ist kein Sauerstoff vorhanden, kommt es zur GĂ€rung. Die Dauer der GĂ€rung beeinflusst den Geschmack.
Hefe wird heute vorwiegend industriell mittels aufwĂ€ndiger Prozesse hergestellt. Auf diesem Gebiet wird stetig geforscht und die Technologie weiterentwickelt. AusgewĂ€hlte Rohstoffe bei der Herstellung sorgen fĂŒr eine hohe QualitĂ€t der Hefe.
Eine treibende Kraft
Im Wesentlichen geht es bei Hefe um die Backtriebkraft sowie die Bekömmlichkeit von Brot und GebĂ€ck. Ziel ist es, Brot und GebĂ€ck mit âporösemâ Teig herzustellen, und das geht so: Hefezellen produzieren Gas (Kohlendioxid) aus Zucker, der im Teig vorhanden ist. Das Gas wird im Teig gehalten, wodurch der Teig an Volumen zunimmt (âgeht aufâ). Dieser Prozess ist fĂŒr die luftige Textur verantwortlich. Die so entstandene Struktur wird beim Backen fixiert.
Wilde Hefen
Mehl enthĂ€lt auch auf natĂŒrliche Weise Mikroorganismen. Die vorhandenen (wilden) Hefen und Bakterien, welche Essig und MilchsĂ€ure produzieren, werden bei der Sauerteigherstellung kultiviert. Das gibt einen charakteristischen âSauerteigbrot-Geschmackâ.
Wilde Hefe vs. Kultivierte Hefe
Brot das mit Wilder Hefe hergestellt wird, braucht zwar mehr Zeit (20 â 24 Stunden), bleibt dafĂŒr aber lĂ€nger frisch und bietet noch mehr Kaugenuss. DarĂŒber hinaus sorgt eine lĂ€ngere âStehzeitâ dafĂŒr, dass die Bekömmlichkeit in mehrerlei Hinsicht erhöht wird: einzelne unerwĂŒnschte Stoffe werden abgebaut, die VerfĂŒgbarkeit anderer (z.B. Magnesium und Kalzium) fĂŒr den Körper verbessert.
Kultivierte Hefe (Backhefe) besitzt eine hohe Triebkraft und sorgt fĂŒr feinen Geschmack bei Brot und GebĂ€ck. Spezielle Sorten sind daraufhin gezĂŒchtet, um bei besonderen Hefeteigen mit viel Fett und Hefe fĂŒr ausreichend Triebkraft zu sorgen.
Exkurs:
Frisches HefegebĂ€ck fĂŒhrt vereinzelt zu Verdauungsbeschwerden, wobei dies unterschiedliche Ursachen haben kann. Wer unter einer Histaminintoleranz leidet, kann unter UmstĂ€nden auf Hefe empfindlich reagieren. Grund ist die enthaltene GlutaminsĂ€ure.
Wirkung fĂŒr unseren Körper
Hefe ist verhĂ€ltnismĂ€Ăig reich an B-Vitaminen und Proteinen, allerdings muss dabei die geringe Menge, die wir von Hefe verzehren sowie die NĂ€hrstoffverluste durch Verarbeitungsprozesse wie Backen berĂŒcksichtigt werden.
Spezielle medizinische Hefen können als Probiotikum sogar gegen Durchfall wirken und stÀrken unsere Darmflora z.B. nach einer Antibiotikatherapie.
Tipps zur Aufbewahrung frischer Hefe
Im KĂŒhlschrank sollte man den HefewĂŒrfel in ein GefÀà mit Deckel geben (z.B. Marmeladenglas), so wird die Hefe gegen Ă€uĂere EinflĂŒsse geschĂŒtzt â Aufbewahrung fĂŒr max. 1 Woche. Frische Hefe kann man auch einfrieren und anschlieĂend mit Wasser und etwas Zucker auflösen.
Sie haben noch Fragen? Dann schreiben Sie an marketing@backaldrin.com.
Die MÀdels von "ErnÀhrungsliebe", DiÀtologinnen